I hon ihn getroffn…Insern Luis

Ich bin um 5 Uhr aufgewacht, um den Landeshauptmann zu treffen. Um sechs Uhr pünktlich ist er gekommen und hat uns begrüßt. Ich konnte nicht glauben, was ich dann gesehen habe. Er hat die Schlüssel für seine Tür genommen und hat die Tür selbst geöffnet. Dann hat er gesagt: “Bitte kommen Sie herein”. Auch holt er selbst den oder die nächsten.
Das ist für euch wahrscheinlich normal, aber für einen Nordafrikaner ist es eine Überraschung. Ich könnte in Marokko nie den Landeshauptmann der Provinz Rabat treffen, und wenn das möglich wäre, dann würde er mit vier oder mehr Polizisten kommen und die Tür würde von den Wachen geöffnet und sie würden die Leute hereinholen und und und…
Das Bild, das ich in meinem Kopf gespeichert habe, als ich in Marokko war, ist mir in den Sinn gekommen, als ich ihn persönlich gesehen habe und allein mit ihm war.

Wir waren ungefähr neun Einheimische und ich. Alle erwarten etwas von ihm und ich auch. Als ich ihn gesehen habe, wie er zu Fuß gekommen ist, habe ich ihn dafür geschätzt und habe gesagt: “ Das isch inzer Luis.”

Ich habe Datteln und Äpfel aus Südtirol mitgebracht. Als ich an der Reihe war, bin ich hineingegangen und habe ihm die Hand gegeben und gesagt: “Grüß Gott”, und er antwortete “Grüß Gott und setzen Sie sich”. Es war sehr schön, dass er mich mit “Sie” angesprochen und mir so Respekt entgegengebracht hat und ich fühlte mich sehr ernst genommen. Und das erstaunte mich umsomehr, da ich bei Begegnungen mit Polizisten hier im Lande die Höflichkeit und den Respekt oft vermisse.

Ich habe mich so präsentiert :
Ich habe ihm die Datteln gegeben und habe gesagt: “Das war ich !!!!”
Er hat eine genommen und hat sie gegessen und gefragt: “Was bedeutet das? “

Da habe ich ihm einen Apfel aus Südtirol gegeben und habe gesagt: “Das sind Sie !!! “

Er war sehr neugierig zu hören, was weiter passieren würde. Da habe ich ihm erzählt, dass ich seit 6 Jahren hier bin und mich als beide Früchte fühle. Ich bin also ein DAPFEL. Arabische Kultur (Datteln) und Südtiroler Kultur (Äpfel). Er hat gelacht und gesagt: “Schian und was möchten Sie??”
“ Ich mag scherzen”, wollte ich sagen. Am liebsten hätte ich gesagt: “Ich bin Aladin und habe drei Wünsche”, aber das habe ich dann nicht gemacht. Trotzdem möchte ich hier diesen Gedanken aufschreiben.

Wir haben diskutiert und diskutiert, gelacht und gelacht. Aber das Tolle war seine Persönlichkeit, seine Sympathie, sein Humor.
Er mag das Watten und das war Thema unseres Gespräches. Er hat mir von seinen “Wattern” erzählt und ich habe von ihm jetzt gelernt, dass jemand “Guten Morgen” sagt, wenn er seinem Partner verraten will, dass König Schlag ist. Oder man muss lange und viel reden, und dabei versuchen, informationen über Schlag und Trumpf verschlüsselt weiterzugeben. Aber inser Luis sagt: “Man darf nicht schwindeln!”

Ich habe ihn gefragt, ob er mit mir eine Runde Watten spielen möchte, dann hat er gesagt: “Ja, gern, aber jetzt warten die Leute draußen” und er müsse arbeiten, aber wenn wir ein Wattturnier organisieren, dann komme er gern und spiele mit.

Bevor ich gegangen bin, habe ich ihm seinen Namen auf arabisch mit Zeichnungen ausgeschmückt geschenkt und habe ihm gesagt, dass das sein Namen auf arabisch sei mit einigen Zeichnungen als Schmuck und dass so vielleicht seine Gedanken heute Vormittag in die arabischen Länder reisen könnten. Er war zufrieden.

Das Treffen war für mich eine Erfahrung und ich werde allen Leuten mit Migrationshintergrund sagen, dass “inser Luis” sehr menschlich ist und dass ich ihn schätze als einen Mann, der in dieser Provinz eine große Verantwortung trägt.

Ich bin ihm dankbar für das Treffen.

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